Wie es begann – Am Anfang stand das eigene Leid

Mein Kind hat Krebs – was tun? Diese Frage beschäftigt alle betroffenen Eltern – Tag und Nacht. Monatelange Klinikaufenthalte sind das Los. Daneben sollen Familie, Geschwister, Berufsalltag, Schule möglichst störungsfrei weitergehen. Krankenhauserlebnisse und Alltag mischen sich. Eltern, Geschwister, Freunde leben nahezu nebeneinander in den benachbarten Krankenzimmern. Der Austausch mit anderen und das Atemschöpfen-Können werden mit der Zeit immer wichtiger.

Auch die Gründereltern waren betroffene Eltern. Mit der Zeit der schweren Krankheit ihrer Kinder wuchs Anfang der 1980er Jahre die Idee, einen Elternverein für andere Eltern mit den gleichen Sorgen und Nöten zu gründen. Die Ziele waren bald formuliert. Dann mussten neben den ideellen Vorgaben Helfer, Förderer und Sponsoren gefunden werden. „Es grenzt an ein Wunder, was an kleinerem und größerem Engagement in den drei Jahren von der Idee bis zur formellen Gründung des Vereins den Erfolg des Ganzen bewirkte“, erzählt Gründerin Ulrike Baum. Neben die Betroffenheit trat mitunter Begeisterung. Hilfe kam vom kleinen Mann auf der Straße wie von Nachbarn, Freunden, Kollegen. Aus freiwilligen Helfern wurden hilfreiche Beiratsmitglieder, die Presse unterstützte ebenfalls.

Am Ende der jahrelangen Vorbereitung und rechtzeitig zur Gründung des Vereins im Jahr 1984 lag das geistige Rüstzeug vor: eine gut formulierte Satzung, die u.a. die Grundlage für die spätere Gemeinnützigkeit war.

Meilensteine seit 1984:

  • Die Kinderkrebsstation 64a entwickelte sich mit den Jahren und mithilfe zahlreicher politischer Kontakte zur Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.
  • Die Anmietung von Wohnungen im benachbarten Schwesternhochhaus bietet Eltern von weither ein zweites Zuhause und Unterkunft.
  • Als Rückzugsmöglichkeit wurde auf der Station ein Elternzimmers mit kleiner Küche eingerichtet.
  • Neue medizinische Geräte wurden angeschafft.
  • Die Spielzimmer und Ambulanz-Wartebereiche wurden neu eingerichtet und mit bequemen  Sitzgruppen, neuem Mobiliar, bunten Vorhängen und ausgesuchtem Spielzeug ausgestattet.
  • Die Krankenzimmer wurden renoviert und bekamen neue Vorhänge, Internetzugänge, Fernseh- und Videogeräte.
  • Alle Krankenzimmer sind mit hochwertigen Schlafliegen für die Eltern ausgestattet.
  • Die Isolierzimmer wurden auf 18 Quadratmeter vergrößert und heller, farbenfroher und therapiefreundlicher eingerichtet.
  • Für geistige Anregung und Ablenkung ist mit der Finanzierung von Kunst-, Sport- und Musiktherapie gesorgt worden.
  • Zur Erleichterung der Schulbetriebs wurden PCs, Laptops und Lernsoftware angeschafft.
  • Bedürftige Eltern können finanziell unterstützt werden.
  • Durch die Finanzierung von zusätzlichen Ärzten und Schwestern wird das Behandlungsteam deutlich entlastet.
  • Eine zusätzlich finanzierte Stationshilfe hilft beim Organisationsablauf auf der Station.
  • Vom Verein finanzierte PCs, Digitalwaagen, Dinamaps (Messgeräte) und Infusionspumpen erleichtern den Arbeitsalltag auf der Station.
  • 1997 wurde der wissenschaftliche Forschungsbau auf dem Gelände der MHH errichtet (finanziert zu gleichen Teilen aus Spenden des Vereins für krebskranke Kinder Hannover e.V. und Bundesmitteln).
  • 2014 wurde die gesamte Station umgebaut. Die Zimmer wurden vergrößert und modernisiert, Bäder und Toiletten eingebaut.
  • 2015 wurde der Sportbereich modernisiert und mit kindgerechten Sportgeräten ausgestattet.

Unser Dank gilt allen Beteiligten! Im Rückblick kann man von einer ganzen Generation von Schicksalsgemeinschaften sprechen, die all dies bewirkt haben. Sie haben Spuren hinterlassen, wenn sich auch manche verloren hat. Für den Einzelnen war die Mithilfe an diesem Werk auch eine Hilfe, um gegen den eigenen Kummer anzuarbeiten. Es war Anreiz und Trost zugleich, durch eigene Initiative nachfolgenden betroffenen Eltern mit immer wieder den gleichen Sorgen ein wenig helfen zu können.

Der Elternverein fördert die Kinderkrebsstation im Jahr mit etwa 1.000.000 Euro. Das schaffen wir nur mit der Hilfe unserer Spender und Sponsoren. Bitte helfen Sie uns dabei!